Telekommunikation & DSL in Minstedt

Die Ergebnisse meiner Recherchen zur Telekom, 1&1 und EWE

Diese Recherche ist aus dem 1. Quartal 2016 und daher nicht mehr ganz aktuell. Es hat sich einiges in Hinsicht auf die TV-App getan. Die ist grundlegend kostenlos, enthält aber nicht die Sender der RTL-ProSieben-Gruppe, also kein RTL, RLT2, SuperRTL, ProSieben, Vox, etc..., um mal eine zwischezeitliche Äderung zu benennen.... Ebenso ist nun LTE, je nach genauem Standort, teilweise doch eine brauchbare Alternative.
Seit Längerem mache ich mir Gedanken wegen meines Telefonanbieters und der Internet-Anbindung. Im Prinzip bin ich recht zufrieden, aber ich denke immer, vielleicht kann man hier und da ein paar Euro sparen. Und die Internet-Verbindung könnte schneller sein....

Grundlegendes Szenario: Wir haben einen Telekom-Universal-Anschluss mit 5 Rufnummern und zwei Leitungen. Wir möchten alle Rufnummern übernehmen, auf zwei Leitungen gleichzeitig telefonieren können, und zwar per Flatrate ins dt. Festnetz. Je schneller die Internet-Leitung, umso besser.

Im Prinzip kommen erst mal grundsätzlich nur drei Anbieter in Frage:

  • Die Telekom
  • 1&1
  • Die EWE

Warum nur diese drei? Ganz einfach: Wir haben hier keine Kabelfernseh-Anbieter und auch das Funknetz reicht nicht für einen sinnvollen Einsatz. Außerhalb von Gebäuden ist LTE verfügbar, aber meines Wissens auch nur im Telekom-Netz und auch nur an "schönen Tagen". Bei Regen, Nebel oder starker Bewölkung kann man auch das vergessen; davon wären also auch Hybrid-Router betroffen.

Die Telekom

Bei der Telekom bekommt man derzeit (Stand: 31.10.2015) im Tarif Magenta Eins S einen DSL-Anschluss mit bis zu 16 MBit/s und eine Telefon-Flatrate ins dt. Festnetz mit 3 Rufnummern und 2 Leitungen. Wenn man mal den ganzen Anfangsbonus weglässt, kostet der Anschluss 34,95 € monatlich.
Ein anderer Anschluss ist auch nicht sinnvoll, denn ein IP-basierter Anschluss bei der Telekom erreicht meiner Einschätzung nach maximal 6 bis 8 MBit/s. Mehr wird es nicht, auch nicht, wenn man einen Tarif mit "bis zu 50 MBit/s" wählt. Nimmt man eine Auslands-Flatrate zum Telefonieren dazu, kostet diese (also Country Flat I) gerade mal 3,94 €. Also wären 38,89 € damit der Gesamtpreis.


1&1

1&1 bietet viele vermeintlich günstige DSL- und Telefonie-Tarife. Allerdings muss man wissen: Hier in Minstedt hat 1&1 keine eigenen Leitungen und mietet Telekom-Leitungen an. Man kann also technisch nicht besser werden als das o. g. Paket bei der Telekom. Will man den Preis der Telekom unterbieten, und das wäre das einzig sinnvolle an einer Wahl von 1&1, nimmt man den "DSL Basic". Der kostet nach den anfänglichen Vergünstigungen 24,95 €. Dadurch, dass Telekom-Leitungen angemietet werden, trifft die Minstedter hier ein Zuschlag von 5,00 € pro Monat. Damit liegen wir schon bei 29,95 € und nur noch 5,00 € unter dem Angebot der Telekom (wenn man die Auslands-Flat vernachlässigt). In diesem Tarif ist auch eine Telefon-Flat enthalten, aber nach 100 GB Download wird die Leitung gedrosselt. Und hier müsste man schon davon überzeugt sein, dass man in den nächsten 24 Monaten unter 100 GB im Download im Monat bleibt und mit einer einzigen Telefonnummer auskommt.
Von daher ist dieser Tarif m. E. nur für Einzelhaushalte sinnvoll, in denen Online-TV und größere Downloads keine Rolle spielen.


EWE

Die EWE hat einen Glasfaserkabelkasten am Ortsausgang stehen und bietet hierüber bis zu 50 MBit/s im Download an. Damit ist dies aus Internet-Sicht das "schnellste Angebot". Bei der EWE sollte man jedoch Abstand nehmen von den Angeboten, die bis zu 16 MBit/s bieten. Wählt man einen solchen, landet man ebenfalls auf gemieteten Telekom- Leitungen. Sind nicht mehr genug gemietete Leitungen frei, kann man u. U. nicht telefonieren, also weder selbst jemanden anrufen, noch angerufen werden. Leitungsabbrüche sind auch nicht ausgeschlossen. Die DSL-Verbindungen sind zwangsweise nicht schneller als die aus dem Telekom-Angebot. Auch hier habe ich gehört, dass man die Geschwindigkeit am Router manuell beschränkt, damit die Leitung wenigstens stabil bleibt. Kurzum, man nehme also den Tarif "DSL 50 komfort" oder "DSL 50 premium", wenn - wie in unserem Szenario - man mehr als eine Rufnummer benötigt. Um das Ganze mit dem Angebot der Telekom zu vergleichen, bleibt nur der "DSL 50 premium"-Tarif. Dieser kostet nach Ablauf aller Vergünstigungen bereits 39,95 €. Wobei: So genau weiß man das nicht, aber dazu später mehr.

Erstmal scheint EWE die bessere Internetanbindung zu bieten; der Preis liegt aber höher als beim Branchenprimus.

Jetzt ist es so, dass der einzige Grund zur EWE zu wechseln der ist, dass man eine höhere Internetgeschwindigkeit nutzen kann. Hierbei ist die Auskunft "bis zu 50 MBit/s" nicht ganz hilfreich. Daher habe ich bei der EWE nachgefragt. Dort hieß es, da vom Verteilerkasten bis zu mir die derzeit die Fremdleitungen der Telekom genutzt würden, kann man leider keine Aussage zu der Geschwindigkeit machen, die am Ende noch bei mir ankäme.

Daraufhin kam der Wunsch auf, zumindest eine Untergrenze zu definieren. Daher fragte ich, ob man mir denn bei einer 50-MBit/s-Leitung z. B. mindestens 20 MBit/s im Download garantiere. Das wurde aber abgelehnt. Egal welche Geschwindigkeit ich vorschlug, niemand bei der EWE wollte in irgendeiner Art und Weise eine Garantie abgeben. "bis zu 50 MBit/s" heiße eben "bis zu 50 MBit/s" und da wäre eben ein größerer Spielraum inbegriffen und man müsse sehen, "was am Ende in der Pipeline" ist. Daraufhin schlug ich vor, die monatlichen Zahlungen meinerseits von 39,95 € auf "bis zu 39,95 €" anzupassen, je nachdem, was am Ende so bei mir in der Pipeline ist. Auch das kam nicht so gut an.

Jetzt muss man sich also überlegen, ob man auch ohne Zusagen und Garantien bei der EWE eine 50-MBit/s-Leitung beauftragen möchte. Deshalb sieht man sich das Angebot noch einmal genau an. An dieser Stelle sei noch einmal das Szenario wiederholt: Wir suchen einen Anschluss mit einer Telefonflatrate für 5 Telefonnummern bei 2 Leitungen und einer Auslandsflatrate. Hier ist also dieses Angebot recht verlockend, denn offenbar habe ich hier 2 Leitungen, mehrere Rufnummern, bis zu 50 MBit/s im Download und sogar eine Handy-Flat.



Auch weiter unten liest sich alles recht gut, denn mit dem Satz
[...] Hier können andere VDSL Anbieter einpacken [...]
kommt eine Menge Überzeugung mit rüber. Und "genau hinschauen" soll ich ja auch. Offenbar bietet EWE noch mehr als das sonst Übliche. Und auch hier wird noch einmal wiederholt, was oben schon steht: Eine Internetanbindung mit einem Download von bis zu 50 MBit/s, eine Internet-Flat, eine Festnetzflat, eine Flatrate zu allen EWE-Handys und eine Flatrate in alle Handy-Netze sowie "TV online", Cloud-Dienste und 3 Rufnummern bei 2 Leitungen.


Und es steht drunter, dass "außerdem" noch eine Option zur Verfügung steht. Da steht auch was von Handy-Flat, aber die habe ich laut obiger Auflistung schon, und so habe ich nur Augen für die durch die derzeit laufende Aktion "ostenlose Auslandsflat I". Ich bekomme also all dies für nur 34,95 € im Monat. Das hört sich gut an....
Aber Moment. Das ist leider alles nicht ganz so schön, wie es sich liest. Hier meine Anmerkungen zu den Punkten:


  • Maximale Downloadgeschwindigkeit bis zu 50.000 Kbit/s
  • ... sind leider nicht zugesichert. Hier weiß man nicht, was am Ende rauskommt und man geht ein gewisses Risiko ein. Während der Preis hier eindeutig feststeht, steht die zu erwartende Leistung als Unbekannte da. - Ferner könnte man nach außen eine IPv6-Adresse zugewiesen bekommen und in Anlehnung an das Thema "DualStack" eine IP-Adresse mit dem Nachbarn oder gar der ganzen Straße teilen. Die Folge wäre: Kein VPN und somit auch kein SmartHome oder ähnliches. Sicherlich nicht für alle wichtig, aber wer kann schon von sich behaupten, auf Dauer diese Dienste nicht zu benötigen.

    Rückfragen zu IPv6 und DualStack führten in fast allen Telefonaten mit der EWE-Hotline zu der Rückfrage, was denn IPv6 ist. Als ich zu erläutern begann, worum es ging, war mir schon klar, dass ich keine befriedigende Antwort auf meine Frage erhalten würde.

  • Flat ins Internet
  • .... das ist schön und auch Standard.

  • Flat ins Festnetz
  • ... ebenfalls schön und eigentlich auch Standard. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass es in dem Sinne keine Anrufbeantworter-Funktion im Netz der EWE gibt, die kostenlos ist. Ggf. kennt man die Sprachbox der Telekom. Derzeit sind bei einem ISDN-Anschluss 2 Sprachboxen kostenlos, sowohl deren Einrichtung oder Deaktivierung als auch die monatliche Nutzung. Sollte man ein Mobiltelefon im Netz der Telekom betreiben, ist sogar die SMS-Benachrichtigung bei Anrufen auf die Sprachbox kostenlos.

    Bei der EWE kostet eine solche Box monatlich 4,95 €, die Einrichtung bzw. Deaktivierung einmalig 9,95 €, und ob es eine (kostenlose) Benachrichtigung per SMS gibt, konnte man mir nicht sagen. Im Endeffekt wurde auf die FritzBox-interne Anrufbeantworter-Funktion hingewiesen. Die ist mir bestens bekannt, funktioniert auch gut, ist aber nicht dasselbe. Schon mal allein in Hinsicht auf die SMS-Benachrichtigung nicht.

  • Flat zu EWE-Handys
  • .... schön, aber für mich unrelevant.

  • Flat in alle Handynetze
  • .... hier wird es jetzt etwas merkwürdig. Zum einen verwundert es, dass man die EWE-Handy-Flat extra erwähnt, wo es doch eine Flatrate in alle nationalen Handy-Netze gibt. Die eigentliche Bedeutung wird dann klar, wenn man in der Fußnote liest, dass diese Option nach 24 Monaten 4,95 € kostet. Was hier aber nicht steht: Die Flatrate in alle nationalen Handynetze ist bereits eine Wunschoption. Damit fällt die als bisher kostenlos angenommene Auslandsflat zum Nulltarif weg.

  • TV online
  • ... ist ein Punkt, den ich nicht richtig ernst nehmen kann. "TV online" hört sich an nach "online fernsehen" an, im Prinzip ist es das auch, es läuft aber vor allem auf einem Gerät nicht: dem Fernseher. "TV online" ist nur für PCs und Notebooks kostenlos, für Smartphones und Tablets ist eine zusätzliche App nötig, die ab dem 13. Monat nach Vertragsabschluss 2,99 € pro Monat kostet. Hier konnte mir die Hotline nicht sagen, welche Geräte unterstützt werden (Microsoft Surface??), mit wie vielen Geräten man gleichzeitig fernsehen kann und auch die Frage, auf wie vielen Geräten parallel die App installiert werden kann, konnte nicht abschließend beantwortet werden.

    Meine Vorstellung war, dass ich, falls ich mal am Flughafen in Hamburg auf meinen Flieger warten muss, 2 Stunden Zeit habe und im dortigen WLAN-Hotspot bin, mit meinem Smartphone einen Film über meinen EWE-Account sehen kann. Das klappt leider auch nicht, denn das "TV online" ist an den eigenen EWE-Hausanschluss gebunden, das heißt, ich kann "TV online" nur zu Hause nutzen, also weder am Flughafen, noch bei Freunden im WLAN und auch nicht beim Nachbarn, selbst wenn der ein EWE-Kunde ist. Da fragt man sich natürlich, wo da der Sinn bleibt. Einen kleinen Smartphone-Bildschirm für's Online-TV zu nutzen, während der Fernseher im Nebenraum steht und nach 12 Monaten kostet das auch noch zusätzliches Geld; das hört sich nicht mehr besonders verlockend an.

    Will ich also ein für den Zuhause-Modus passables Bild und keine weiteren Kosten, scheiden Smartphone und Tablet hier aus. Auch ChromeCast ™ kann hier nicht genutzt werden. Der Hotline musste ich ChromeCast ™ des Öfteren erklären und als ich ChromeCast sagte, kam zurück: "Ja, auch mit Chrome können Sie fernsehen. Einfach einloggen auf unserer Seite und genießen".

    Sehr aufschlussreiche Erläuterung der Hotline, die sich damit selbst direkt ins Abseits stellt.
    "TV Online" ist damit im Vergleich zu anderen Online-TV-Angeboten anderer Anbieter oder im Vergleich zu dem Schweizer Dienst Zattoo oder MagineTV also nahezu nicht zu gebrauchen.

  • Cloud und E-Mail-Service
  • .... ist auch Standard, verglichen mit anderen Anbietern. Allerdings ist anzumerken, dass z. B. ein Telekom-Kunde mit einer "@t-online.de"-Adresse ein Active-Sync-Konto verwendet. Dies hat viele Vorteile. Neben der OTA-Synchronisation von Mail, Kalender und Aufgaben mit dem Smartphone auch die unmittelbare Mitteilung über eintreffende Mails (Push-Notification). Dies gibt es bei der EWE nicht in diesem Paket.

  • 2 Leitungen & 3 Rufnummern
  • ... und hier wird es wieder abenteuerlich. Denn ich möchte ja 5 ISDN-Rufnummern der Telekom mitnehmen. Ob und wie das geht, wurde jedes Mal anders beantwortet. Ich erhielt einmal einen Preis pro zu übernehmender Rufnummer, einmal einen Pauschalpreis für alle Rufnummern zur einmaligen Übernahme, danach hörte ich, dass das nur 3 Rufnummern übernommen werden könnten und ich 2 abzugeben hätte und dann hieß es noch, die Nummern gehörten der Telekom und daher wäre das Entgelt an eben die Telekom zu entrichten. Einmal genügte die Zahlung an die Telekom, das andere Mal hieß es, die EWE berechne für die Übernahme aber ebenfalls eine Pauschale. Die Höhe der Pauschale konnte man mir aber nicht nennen.

    Allgemein trübt all dies die anfängliche Euphorie. Und wenn ich das gesamte Paket so erwerbe und auf Dauer beibehalten will, kostet es ja nach 1 Jahr statt 34,95 € schon 44,95 €, dann kommen noch 4,95 € für die Handy-Flat ab dem 25. Monat dazu und meine Auslandsflat schlägt noch einmal mit 4,95 € zu Buche.
    Belasse ich es also bei dem mit 34,95 € angepriesenen Paket und nehme die Auslandsflat dazu, fange ich mit 39,90 € an und bin ab dem 25. Monat bei sage und schreibe 54,85 €. Damit liege ich knapp 16 € über dem Angebot der Telekom und dort hätte ich sogar in meiner Country Flat I Kanada mit dabei, was bei der EWE nicht der Fall ist.


Sehr interessant: Vorgestern kam dieser "Prüfbericht" ins Haus geflogen, ausgestellt mit einem Prüfbogen auf meine Adresse. Meine Straße und die Hausnummer habe ich mal aus dem Bild entfernt.



Hier bescheinigt mir die EWE also, dass ich bis zu 100 MBit/s im Download erreichen kann. Das ist merkwürdig, denn es liegen definitiv nur 50 MBit/s am Verteilerkasten an. Und noch merkwürdiger: Die EWE hat es offenbar geschafft, fremde Leitungen zu messen. Genau das konnten Sie aber laut eigener Angaben (siehe oben) bisher nicht.
Nun gut, wir wissen alle: Das ist eine Werbekampagne, gemessen wurde hier gar nichts. Angerufen habe ich dennoch bei der EWE und anständig meine Prüfnummer angegeben. Zum Verifizieren musste ich aber dennoch meine gesamte Adresse samt Hausnummer und Ortsnetzvorwahl angeben, bevor man mir sagte, dass bei mir leider nur maximal 50 MBit/s zur Verfügung stünden. Man kann also nicht mal von der Prüfnummer auf die geprüfte Adresse rückschließen. Merkwürdig, oder?

Na gut, so merkwürdig ist es nicht, in Selsingen (Straße und Hausnummer mal wieder entfernt) hat man exakt die gleiche Prüfnummer; nur wurde an einem anderen Tag gemessen. Aber das Ergebnis bleibt gleich: bis zu 100 MBit/s. - Noch Fragen? ;-)

Abschließend kann man sich der Aussage der EWE nur anschließen: "Doch sollte man genau hinschauen, was das Paket enthält" - Zu der Schlussfolgerung der EWE, in der übrigens auch ein Bindestrich fehlt, "Hier können andere VDSL Anbieter einpacken" kommt man indes nicht.